Entdecken Camarguestiere und Stierwettkampf

Der Camarguestierkampf

Von Anfang April bis Ende Oktober finden die Wettkämpfe in der Arena von Arles und in den umliegenden Ortschaften statt. Jedes Jahr, am ersten Montag im Juli, wird der Wettkampf der Cocarde d'Or (welcher zum ersten Mal am 2. Juli 1928 veranstaltet wurde) ausgetragen. Es ist «der Wettkampf» der Saison, ein grosses und schönes Fest der Stierwelt und der berühmteste Wettkampf des Jahres. Das Finale der Trophée des As (1. Liga) wird Anfang Oktober, abwechselnd alle zwei Jahre, in Arles ausgetragen.

In den Sommermonaten Juli und August veranstaltet die Arena von Arles jeden Mittwoch und Freitag um 17 Uhr Camarguestierkämpfe. Diese werden in Zusammenarbeit mit der Schule der Razeteure organisiert. 

Geschichte des Wettkampfs

Der Ursprung des Wettkampfs sind die «Stierspiele»: Verschiedene Tiere aller Arten und die Knechte der Bauernhöfe versammelten sich, um gemeinsam mit den Stieren zu spielen oder sie zu bekämpfen. Das älteste Zeugnis über den Ursprung des Camarguestierwettkampfs stammt aus dem Jahre 1402 : In Arles hatte man zu Ehren des Grafen der Provence, Ludwig dem Zweiten, einen Wettkampf veranstaltet. Später, am Ende des 19. Jahrhunderts, wechselt man zu einem weniger brutalen Spiel über, bei dem nur noch der Mensch mit dem Stier kämpft: Man befestigt Attribute (Blumen, Seidentücher, Kokarden mit den 3 Farben der Manade) an den Hörnern und junge Burschen versuchen, diese wegzunehmen. 

Um 1890 erkennen die Stierzüchter den Vorteil der Rasse des «Camarguestiers», welcher aufgrund seines Körperbaus und seiner Kampflust, eher für den Wettkampf, als für die Arbeit oder für die Fleischgewinnung geschaffen ist. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts finden dann in improvisierten Arenen Wettkämpfe zwischen hervorragenden Stieren und Männern, die sich zu Spezialisten dieser Sportart entwickelt haben, statt. Man beginnt, Kokarden an den Hörnern zu befestigen und zahlt Prämien an denjenigen, der das Attribut davonträgt: Dies ist die Geburt des “Freien Wettkampfs”. Danach werden die Kokarden und der Crochet (kammähnlicher, eiserner, gekrümmter Haken zum Abreissen der Attribute) reglementiert. Anschliessend werden nur noch lizenzierte Sportler, welche nun in Weiss gekleidet sind, zu den Wettkämpfen zugelassen. Neue Attribute werden später hinzugefügt. Die Gesamtheit der Wettkämpfe wird heute durch die Fédération Française de la Course Camarguaise reguliert.

Der camarguestier

Forsches Verhalten, Intelligenz und Geschwindigkeit sind die Charaktermerkmale des Camarguestieres....

... Charaktereigenschaften, die er im Camarguestierkampf beweist. Dieses Stierkampf ist ein Hauptbestandteil der Traditionen in der Camargue. Er erweckt Leidenschaften und zieht Menschenmengen an.

Tatsächlich ist es so, das im Gegenteil zum spanischen Stierkampf, hier der Stier und nicht der Mensch verehrt wird, auch wenn es unter den Razeteuren (Sportlern) sehr berühmte Personen gibt. Diese Stiere sind wahre Helden, die oft richtige Karrieren machen. 

Jeder Stier trägt einen Namen und es sind genau diese Namen, welche man auf den Plakaten der Wettkämpfe lesen kann, während auf den Plakaten der Corrida, nur die Namen der Matadore angegeben sind.
In manchen Ortschaften gibt es sogar Denkmäler berühmter Stiere, wie für Goya. Andere, wie Rami, haben ihre Grabstätte auf dem Mas (Bauernhof), auf welchem sie ihr ganzes Leben verbracht haben. 

Zwischen 18 000 und 20 000 Tiere werden in 150 Manaden (Stierzuchten) aufgezogen und ungefähr die Hälfte dieser Zuchten haben einen Bestand von mehr als 100 Tieren. Diese Rasse (raço die biou) wird hauptsächlich für traditionelle Veranstaltungen gezüchtet. Course Camarguaise (Camarguestierkampf),abrivado (Herantreiben zur Arena), bandido (Freilassen aus der Arena).

Liste der Manaden (Stierzuchten)

Weitere :

Fédération Française

de la Course Camarguaise
485, rue Aimé Orand
30000 Nîmes
Tél. : 04 66 26 05 35
Fax : 04 66 26 18 24


http://www.ffcc.info/

Die Schule der Raseteurs von Arles