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Frédéric Mistral und der Félibrige

Frédéric Mistral wird 1830 in Maillane, einem kleinen Dorf nördlich von Arles, am Fusse der Alpilles, zwischen Rhone und Durance geboren. Als Sohn einer reichen Grossgutbesitzerfamillie wächst er im väterlichen Landhaus auf. 

Nach seinem Jurastudium in Aix-en Provence kehrt er auf das Gut zurück und beschliesst, seine Heimat, welche er von nun an in seinen Gedichten besingen wird, nie wieder zu verlassen. Während seines Studiums hatte er die Geschichte der Provence erfahren und ab jetzt wird er sich für die Unabhängikeit der Provence einsetzen. Er trifft die Entscheidung die provenzalische Sprache wieder zeitgemäss zu machen, eine Renaissance, die er mit dem Poeten Joseph Roumanille durchführt. 

1854 gründen sie mit fünf anderen provenzalischen Dichtern die Félibrige-Bewegung, literarische Bewegung welche sich für den Schutz der regionalen traditionellen Brauchtümern einsetzt.

Er schreibt “Le Tresor dou Félibrige”, was bis heute das reichste Wörterbuch der okzitanischen Sprache ist. 1859 veröffentlicht er sein Meisterwerk,Mireille, ein langer provenzalischer Versepos.

Man verdankt ihm ebenfalls den Text des Liedes “Coupo Santo”  (Heiliger Kelch), welches zur Nationalhymne der Provence geworden ist. Dieser silberne Kelch wurde 1867 während eines Banketts in Avignon von katalanischen Schriftstellen und Politikern übereicht, als Dank, für den herzlichen bereitenden Empfang eines katalanischen Dichters.

Der Kelch wird einmal im Jahr während des Kongresses der Félibrige präsentiert, wo die Hymne am Schluss gesungen wird und aus Tradition die Zuhörer sich bei der letzten Strophe erheben.

1896 gründet der provenzalische Dichter das Heimatmuseum “Museon Arlaten” und vereint alle ethnografischen Sammlungen die Generationen von Provenzalen gespendet haben. Die Summe des Literaturnobelpreises, welcher ihm 1904 verliehen wurde, ermöglicht ihm die Neugestaltung  des Museums im Stadtpalast “Laval-Castellane” : Trachten, Mobiliar, Werkzeuge, Kult- und Aberglauben Gegenstände spiegeln das Leben der Einwohner der Provence des 19. Jahrhunderts wieder.